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Maurisches Kabinett im Belvedere auf dem Pfingstberg, Potsdam
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Untersuchung und Konservierung der gotischen Wandmalereien im Obergadenbereich


Objektbeschreibung
Die Marienkirche ist eine dreischiffige Pfeilerbasilika mit neun Jochen, Kreuzgewölben und Chorumgang mit eingezogenem Kapellenkranz. Die Malereien im Obergaden des Mittelschiffs und des Chores sowie in den Zwickeln der Chorarkaden prägen den Raumeindruck. Im Hochschiff des Langhauses sind unter jedem Fenster drei überlebensgroße Heiligenfiguren auf weißem Grund dargestellt. In der Obergadenzone des Chores befinden sich in den Jochen XII und XIII ornamentale Teppichmuster, vorwiegend in schwarz, rot, blau und weiß ausgeführt, wohingegen die Ausmalung der Joche IX und X verloren gegangen ist. Die Zwickelfelder im Chor zeigen szenische Darstellungen der Schöpfungsgeschichte von Verkündigung bis hin zur Auferstehung. Das Bildprogramm beginnt im westlichsten Zwickel der Nordwand und endet im gegenüberliegenden Zwickel der Südwand.
Nördliche Obergadenzone der St. Marienkirche
Nördliche Obergadenzone der St. Marienkirche
 

Ausgangssituation
1948-1952 wurden die gesamten Wandmalereien im Obergadenbereich der Marienkirche restauriert.
Ausführende waren der Restaurator Dietrich Fey und seine beiden Mitarbeiter Lothar Malskat und Bernhard Dietrich-Dirschau.
Eine Selbstanzeige des Restaurators Malskat wegen Fälschungen von Wandmalereien im Chor der St. Marienkirche brachte die Lawine ins Rollen. Eine Untersuchungskommission und unabhängige Gutachten wurden gefordert. 1954 wurden Fey und Malskat des gemeinschaftlichen Betrugs überführt.
1992 wurden vom Kirchenbauamt des Kirchenkreises Lübeck der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche Untersuchungen zum aktuellen Zustand der Obergadenmalerein beauftragt. In den darauffolgenden Jahren wurden die Malereien schrittweise untersucht und von einer eigens zu diesem Zweck gegründeten Restauratorengemeinschaft konserviert.

Joch N IV Vorzustand
Joch N IV Vorzustand
Joch N IV Endzustand
Joch N IV Endzustand
Maßnahmen
Vorreinigung/Reinigung der Malschicht

Festigung von strukturgeschädigten Putzen, bzw. von Putzschlämmen

Festigung pudernder Malschichten und aufstehender Malschichtschollen

Festigung der Malschicht durch Schnellhydrolyse mit Kieselsäureester

Festigung von Hohlstellen und Blasen durch Fliesmörtelinjektionen mit der Spritze

Entfernen von Nägeln und Dübeln

Öffnen und Neuverschließen von Rissen/Kittungen

Strichretusche/Lasurretusche



Auftraggeber der ARGE St. Marien
Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche Kirchenkreis
Lübeck/Kirchenbauamt
vertreten durch
Herrn Dr. Mutz
Ausführungsteam
ARGE St. Marien
Joche N II-IV und VIII-X, sowie S II-III und IV-VI durch
Christiane Maier i. A. der Fa. Ochsenfarth Restaurierungen,
Butt Restaurierungen und des Ateliers Oess
Joch N IV
Joch N IV
Joch N IV
Joch N IV