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Museumsinsel Berlin, Neues Museum
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Befundsicherung im Vestibül


Objektbeschreibung
Das Neue Museum wurde ursprünglich von Osten über ein Vestibül betreten. Der ungefähr 150 qm große Raum war zentraler Eingangs- und Empfangsbereich für Besucher. Sie gelangten von dort aus direkt in die Haupttreppenhalle beziehungsweise. in die Sammlungen Ägyptischer und nordischer Altertümer.
Der Raum ist in Anlehnung an Vorbilder aus der griechischen Antike gestaltet. Zwei die Kassettendecke tragende Architrave werden von vier dorischen Marmorsäulen gestützt. Die Deckenkonstruktion selbst besteht aus verzierten, gusseisernen Trägern, welche die einzelnen gemauerten Kassettenreihen tragen.
Der schwarze Marmor der mächtigen Säulen steht im Gegensatz zu den hell ockerfarbenen Stucco-lustro- Flächen der Wände. Der Raum wird von einem roten Paneel eingefasst, der Fußboden besteht aus hellgrauen Steinplatten.
Vestibül - Portal zur "Ägyptischen Sammlung"
Vestibül - Portal zur "Ägyptischen Sammlung"
 
Ausgangssituation
Zur Entwicklung von Konservierungs- und Restaurierungskonzepten sind detailgenaue Kenntnisse der einzelnen Gestaltungsphasen eines Raums notwendig.
Das Vestibül wurde 1991 erstmalig durch Restauratoren untersucht. Weitere Nachuntersuchungen wurden 1997 und 2003 beauftragt.
Die Berichte aller Kollegen ergaben für die Erstfassung des Raumes einstimmig eine hell ockerfarbene Stuccolustro- Oberfläche mit aufgemalter Marmorierung, gerahmt von blauen Inkrustationen. Diese wird in ähnlicher Form für die Zweitfassung übernommen.
Die darüber liegende Fassung greift diese Gestaltung auf, wobei die blauen Inkrustationen nicht überfasst, sondern integriert wurden. Solche und ähnliche Befunde sind für die Innenräume des Neuen Museums nicht ungewöhnlich, da Veränderungen der Ausstellungen häufig zu Überarbeitungen der Wandfassungen führten.

Querschliff der Fassungsfolge, Auflichtmikroskopie mit 90-facher Vergrößerung
Querschliff der Fassungsfolge,
Auflichtmikroskopie mit 90-facher Vergrößerung
Maßnahmen
Salzreduzierung im Mauerwerksbereich durch Aufbringen von Cellulosekompressen

Oberflächenreinigung der Malschicht

Malschichtfestigung

Putzfestigung beziehungsweise Annahme der stark gestörten Putzbereiche

Putzniederlegung/Hinterfüllen von Hohlstellen

Putzergänzungen/Randanputzungen Reinigung

Abnahme eines bemalten Putzfragments

Dokumentation/Kartierung




Auftraggeber
Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
vertreten durch das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Restauratorische Fachbauleitung
ProDenkmal GmbH
Ausführungsteam
Diplomrestauratorin Ch. Maier
Detail des Befundprotokolls
Detail des
Befundprotokolls
Befundprotokoll
Befundprotokoll