KontaktImpressum
Maurisches Kabinett im Belvedere auf dem Pfingstberg, Potsdam
zurück

Restauratorische Begleitung der Rohbaumaßnahmen beim Wiederaufbau des Gebäudes


Objektbeschreibung
Das Belvedere liegt auf der höchsten stadtnahen Erhebung Potsdams. Kronprinz Friedrich Wilhelm IV. selbst schuf 1836 die ersten Skizzen für die Aussichtsschlossanlage. Einige Jahre später beauftragte er Ludwig Persius mit dem eigentlichen Entwurf. Unter der Leitung von Ludwig Hesse wurde 1847 mit dem Bau der erst 16 Jahre später fertiggestellt werden sollte, begonnen. Die kastellartige Doppelturmanlage besitzt nur zwei nutzbare Räume. Einer davon ist das Maurische Kabinett. Es befindet sich im Ostturm der Doppelturmanlage des Belvedere und besitzt einen annähernd quadratischen Grundriss, der von einem gedrückten Kreuzgratgewölbe überspannt wird.
Der gesamte Wandbereich oberhalb des Kämpfergesimses zeigt eine aus geometrischen und floralen Ornamenten bestehende, polychrome Fassung. Die unteren Wandflächen waren von reich bemalten Fliesen verkleidet.
Blick auf die Südfassade des Belvederes
Blick auf die Südfassade des Belvederes
 
Ausgangssituation
Um dem immer stärker werdenden Verfall des Belvederes Einhalt zu gebieten, wurde 1989 der Förderverein Pfingstberg e.V. gegründet. In den darauffolgenden Jahren konnte die gesamte Anlage durch großzügige Sponsoren saniert und der Öffentlichkeit wieder präsentiert werden.
Erste Untersuchungen zur Schadensproblematik in den Turmkabinetten erfolgten bereits 1991 im Rahmen einer Pilotuntersuchung durch ein BMFT-Projekt. Weitere Untersuchungen - unter anderem Projekt-Kampagnen der FH-Potsdam - folgten.
Im Januar 2002 wurde schließlich die Konservierung der Putz- und Malereiflächen beauftragt.
Allgemein beschreiben alle Schadensberichte akute Schäden im Form von Entfestigung, Blasen- und Schollenbildung an Putz und Fassung sowie verstärkte Auskristallisation von Salzen.

Ausschnitt einer mit Papierkaschierungen gesicherten Wandmalerei im Vaterländersaal
Ausschnitt einer mit Papierkaschierungen
gesicherten Wandmalerei im Vaterländersaal
Maßnahmen
Salzreduzierung im Mauerwerksbereich durch Aufbringen von Cellulosekompressen

Oberflächenreinigung der Malschicht

Malschichtfestigung

Putzfestigung beziehungsweise Annahme der stark gestörten Putzbereiche

Putzniederlegung/Hinterfüllen von Hohlstellen

Putzergänzungen/Randanputzungen Reinigung

Abnahme eines bemalten Putzfragments

Dokumentation/Kartierung




Auftraggeber
Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg
Bauleitung
Architekturbüro Manfred Selle, Berlin
Ausführungsteam
ARGE: Diplomrestauratoren Ch. Maier/T. Zimmermann;
Mitarbeit T. Gramsdorf (Studentin FH Potsdam, Wandmalerei/
Restaurierung)
Detail der Schadenskartierung
Detail der
Schadens-
kartierung
Auszug aus der Schadenskartierung der Nordwand
Abnahme eines Kapitels zur späteren
Wiederverwendung an anderer Stelle