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Museumsinsel Berlin, Neues Museum
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Sicherung, Umlagerung und Replatzierung abgenommener Wandmalereien
aus dem Museumsarchiv


Objektbeschreibung
In den 80er-Jahren des vorigen Jahrhunderts wurden zahlreiche Malereien aus dem Neuen Museum von den Wänden abgenommen und in ein Depot eingelagert. An der Ausmalung des Gebäudes waren ursprünglich etwa 40 akademische Maler beteiligt. Bei den Gemälden handelt es sich größtenteils um Landschaftsmalereien, Genre- und Historienbilder, Porträts und Dekorationsmalereien. Die Abnahme der Objekte begründete sich aus der Annahme, dass weite Teile des damals baufälligen Gebäudes nicht haltbar beziehungsweise konservierbar sein würden. Die abgenommenen Wandmalereien und plastischen Gestaltungselemente wurden somit zu ihrem eigenen Schutz und als exemplarische Muster für eine Rekonstruktion der Räume sichergestellt. Sie wurden größtenteils in acrylat- oder polyvinylacetatdispersions gebundene Ergänzungsmörtel gebettet und auf neuen Hilfsträgern befestigt.
Neuer Lagerraum der Wandbildabnahmen
Neuer Lagerraum der Wandbildabnahmen
 
Ausgangssituation
Die Baufreimachung der Kellerräume des Neuen Museums erforderte bis Frühjahr 2004 die Umlagerung der Wandmalereiabnahmen aus den Räumen 0.02 und 0.04 in ein Abnahmelager im Griechischen Hof.
Die aktuelle Lagerung der Objekte war abhängig von Größe und Zustand. Große und/oder gewölbte Malereifragmente wie zum Beispiel Pendentifzwickel waren meist aufrecht stehend auf Metallbügelpaletten gelagert. Andere Objekte befanden sich auf eigens konstruierten Holzgestellen oder in Metallregalen.
Da der Transport durch eine Spedition erfolgen sollte, mussten die Objekte im Vorfeld neu geordnet, stabilisiert und gekennzeichnet werden.
Besonderes Augenmerk lag dabei auf der restauratorischen Sicherung zehn akut geschädigter Wandbilder.

Detail einer Malerei
Detail einer Malerei
mit kaum erkennbaren
Colettarestern
Detail der Malerei im UV-Licht
Detail der Malerei im
UV-Licht
Maßnahmen
Bestandsaufnahme und Neuordnung der knapp 2000 Objekte

Zuordnung und Kennzeichnung des jeweiligen Bestimmungsortes

Untersuchung und Kennzeichnung der einzelnen Schadensbilder (z.B. Schichtentrennung zwischen Trägerputzen, Ersatzmörteln und Hilfsträgern)

Entwicklung und Anbringung leicht entfernbarer Stützkonstruktionen aus armiertem Polyurethanschaum

Temporäre Kittungen und Randhinterfüllungen

Hinterspritzen und Niederlegen von sich abrollenden Malschichtschollen im Sinne einer Malschichtfestigung

Abnahme von Colettaresten

Dokumentation/Kartierung


Auftraggeber
Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
vertreten durch das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Restauratorische Fachbauleitung
ProDenkmal GmbH
Ausführungsteam
Diplomrestauratorinnen Ch. Maier und A. Höchel
Entwurfsskizze zum Prinzip der Transportsicherungen
Entwurfsskizze zum Prinzip der
Transportsicherungen


Wandbildabnahme eines Pilasters mit Aufbau einer Schutzkonstruktion zum Transport
Wandbildabnahme eines Pilasters mit Aufbau einer
Schutzkonstruktion zum Transport